Gut besuchter Neujahrsempfang der Ortsgemeinde

So viele Bürgerinnen und Bürger, Jugendliche und Kinder ie nie zuvor ware der Einladung der Ortsgemeinde zum Neujahrsempfang der Ortsgemeinde im Dorfgemeinschaftshaus gefolgt. Ortsbürgermeister Matthias Ackermann freute sich über die zahlreich erschienenen Gäste, unter ihnen auch Dirk Paulsen, Ortsbeigeordneter der Nachbargemeinde Böllenborn.
Gekonnt unmrahmte das Blasorchester Birkenhördt unter der Führung von Peter Ehrhardt die Veranstaltung und gefiel mit drei Musikbeiträgen.

Ortsbürgermeister Ackermann begann seine Ansprache mit dem Hinweis, dass wie immer der Jahreswechsel die Gelegenheit für Abschluß und Aufbruch, für Rückschau auf das vergangene und Ausblick auf das neue Jahr sei.
Man erinnere sich bei solchen Gelegenheiten wie heute an Vergangenes und richte sich auf Neues ein und man bewerte und beachte die Dinge, die sich kontinuierlich entwickeln.
Und in diesem Sinne sei viel passiert im letzten Jahr, vieles sei vorangekommen, es habe sich einiges entwickelt oder habe neu angefangen.
Manche Dinge möchte man beschleunigen, andere zu Ende bringen, wieder andere möchte man am liebsten gar nicht haben, so Ackermann.

Ein Jahresrückblick falle meistens gemischt aus, wie sicherlich auch in allen Familien.

"Aber ich möchte für unser schönes Dorf das Fazit ziehen, dass nämlich die positiven Aspekte bei weitem überwiegen",zog Ackermann Bilanz.

In der Ausgabe des Südpfalzkuriers vom 30.10.2013 sei eine kleine Anzeige zu finden gewesen, die er für sehr beachtenswert gefunden habe und die ihn auch sehr gefreut habe, denn da stand zu lesen:

"Junge Familie sucht Bauplatz oder Haus zum Kauf in Birkenhördt"

"Finden Sie nicht auch, dass eine solche Anzeige eine tolle Anerkennung für unsere kleine Gemeinde ist", fragte der Ortsbürgermeister in die Runde.
In Zeiten, in denen viele kleine Gemeinden die Sorge umtreibe, dass man wegen der demographischen Entwicklung immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner verliere, suche sich eine junge Familie ganz bewußt Birkenhördt aus, um hier ihr Leben zu gestalten und sich wohl zu fühlen.

Man frage sich natürlich automatisch: "Was sind die Beweggründe für eine solche Entscheidung?"

Nach Ackermann´s Auffassung spielten sicherlich die äußeren Standortfaktoren wie die herrliche Lage, gerade noch erträgliche Bauland- und Immobilienpreise, die Versorgung mit schnellem Internet, die Nähe zu Bad Bergzabern mit optimaler Versorgung, Kliniken, Ärzten, den Schulen eine wesentliche Rolle. Er sei aber felsenfest davon überzeugt, dass es Argumente für Birkenhördt gebe, derer sich die Birkenhördterinnen und Birkenhördter intern viel mehr bewußt werden müssten, die über die Gemeindegrenzen hinaus wahr genommen und auch immer wieder lobend erwähnt würden:
es sei das sehr rege gesellschaftliche Miteinander, das sehr aktive Vereins- und kirchliche Leben in Birkenhördt, auf das er, so Ackermann, sehr häufig angesprochen werde:
"Bei Euch ist immer viel los", hieße es da.

Und dem könne und wolle er auch gar nicht widersprechen, ergänzte Ackermann schmunzelnd.

Diese emotionale Sicht stehe für ein gesundes Selbstbewußtsein, das man nicht mit Überheblichkeit oder Arroganz verwechseln sollte.

"Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir in Birkenhördt, bei der eigenen Betrachtung, zu sehr die negativen Aspekte in den Vordergrund stellen und das Haar in der Suppe zum Pferdeschwanz machen", merkte der Ortsbürgermeister an.

Natürlich dürfe man nichts schön reden, was nicht schön sei, natürlich dürften Missstände nicht verschleiert oder Wünschenswertes ignoriert werden.

"Aber gerade wir in Birkenhördt haben allen Grund, glücklich und stolz zu sein auf unser wie ich finde liebenswertes Dorf, seine Geschichte und seine Traditionen und die positive Entwicklung, die auch im abgelaufenen Jahr stattgefunden hat", so Ackermann.

Und die Anwesenden müssten sich doch nur bei dem Neujahrsempfang einmal umschauen: hier säßen die Musikerinnen und Musiker des Blasorchesters Birkenhördt, deren Anzahl stetig wachse. Hier träfen sich jung und alt wöchentlich und an den Probetagen auch am Wochenende, um gemeinsam einem Hobby, dem Musizieren, nachzugehen und die Gelegenheiten nutzen, um "an einem Tag wie heute" andere zu unterhalten.

Oder die Freiwillige Feuerwehr unter der Leitung von Johannes Ehrhardt und seinem Stellvertreter Florian Eiswirth, die mittlerweile aus sage und schreibe 24 Mann bestehe. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl sei das in der Verbandsgemeinde wohl einmalig. Oder er denke an den Sportverein, der sich durch viele Veranstaltungen über das Jahr verteilt maßgeblich am dörflichen Leben beteilige.
Und last but not least sehe er auch unter den Gästen des Neujahrsmpfanges viele, die sich in unbeschreiblicher Weise bei dem Projekt der "Wiedereröffnung des Kindergartens" in harter körperlicher Arbeit, mit finanzieller Unterstützung oder einem selbst gekochten Mittagessen eingebracht hätten.
Die Reihe ließe sich noch weiterführen: katholische Frauengemeinschaft, Kirchenchor, Kunstverein mit dem Adventskalender etc., ergänzte Ackermann.

"Das sind für mich die maßgeblichen Argumente, die für unser Dorf und unsere Dorfgemeinschaft, für Birkenhördt als Ort, in dem man sein Leben und das seiner Familie positiv gestalten kann, sprechen", zog Ackermann sein Fazit.

Dieses menschliche Miteinander gelte es zu erhalten und zu unterstützen. Deshalb konnte Ackermann Peter Ehrhardt als -im wahrsten Sinne des Wortes- "Lunge" des Blasorchesters Birkenhördt und Franz Breiner, den Vorsitzenden des SV Birkenhördt, nach vorne bitten und beiden als Anerkennung für die Gruppen, die sie vertreten, jeweils 200 EUR überreichen, was von den Anwesenden mit großem Applaus bedacht wurde.

Eine Ortsgemeinde funktioniere nicht ohne Gemeinderat und Verwaltung, fuhr Ackermann in seinerAnsprache fort. Er sprach den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und allen Mitgliedern des Gemeinderates seinen herzlich Dank für ihre immer konstruktive Arbeit und Mitarbeit, gerade jetzt, wo  im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung des Kindergartens Entscheidungen zu treffen seien, die im Gesamtvolumen über 700.00,00 EUR ausmachten, von denen Birkenhördt als Gemeinde insgesamt ca. 211.000,00 EUR über einen Kredit finanzieren müsste, für den 0,94 % Zinsen fest auf zehn Jahre zu zahlen seien, aus. Insgesamt über 261.000,00 EUR erhalte Birkenhördt von Bund, Land und Kreis als Zuschüsse, die nicht zurückzahlen seien. Dafür dankte Ackermann im Namen der Ortsgemeinde herzlich.

Selbstverständlich behalte man auch den Fortschritt bei dem Kreiselprojekt am westlichen Ortseingang fest im Auge, um so für eine Verkehrsberuhigung und für den Lückenschluß im Radwegenetz zum Landkreis Südwestpfalz hin zu sorgen.

Es würden in diesem Jahr auch, mit Ausnahme der Rustelstraße, überall neue Straßenbeleuchtungen montiert, um den von der EU geforderten Richtlinien zu genügen, da die derzeit genutzten Leuchtmittel nicht mehr hergestellt werden dürften.

Es werde auch in 2014 wieder viele Gelegenheiten geben, bei denen gemeinsam gefeiert und Birkenhördt mit Leben gefüllt werden könne.
Besonders hob Ackermann die von Peter Ehrhardt und dem Blasorchester für September geplante Wochenendreise mit ca. 80 Personen zu den Freunden nach Oberfranken hervor, genau 75 Jahre nachdem die Menschen, die damals in Birkenhördt lebten und zum Teil noch leben, diesen schönen Ort mit unbekanntem Ziel verlassen mußten und schließlich in Oberfranken für ein Jahr fern der Heimat, leben mußten.

Abschließend bedankte sich Ackermann bei allen, die in Birkenhördt Verantwortung trügen, ganz besonders bei der 1.  Beigeordneten Heidi Braun für ihren unermüdlichen Einsatz und bei allen, die sich wie auch immer ehrenamtlich engagierten, weil ihnen Birkenhördt und seine Bewohnerinnen und Bewohner am Herzen lägen, sowie bei den Gemeindebediensteten Beate Kaiser, Ludwig Ackermann und dem stundenweise Beschäftigten Jürgen Sandmeier.

"Lassen Sie uns alle dazu beitragen, dass Birkenhördt auch in Zukunft ein Ort bleibt, in dem man gerne lebt", schloß Ackermann seine Ansprache und  wünschte den Anwesenden und ihren Familien und Angehörigen für das Jahr 2014 alles erdenklich Gute und Gottes Segen.

Im Anschluß an die Ansprache des Ortsbürgermeisters gab es ausreichend Gelegenheit, bei frisch gebackenen Brezeln von dem Birkenhördter Bäcker Georg Stengel und einem Gläschen Wein von dem Birkenhördter Winzer Michael Breiner, auf das neue Jahr anzustoßen und sich angeregt zu unterhalten, während sich die Kinder und Jugendlichen an den antialkoholischen Getränken und den Süßigkeiten erfreuten.